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"Jede Veränderung beginnt mit uns" (Dalai Lama)

Interview mit Reto Vital, Dipl. HLK-Ingenieur FH SIA, stv. Gesamtprojektleiter und BIM-Verantwortlicher des Neubauprojekts Spitalgebäude Baubereich 12 für die Direktion Immobilien und Betrieb der Insel Gruppe. Referent am Tageskurs «Ressourceneffizient Bauen und Betreiben mit der BIM-Methode» 29. Juni 2021, online / 20. Oktober 2021, Hotel Bern.

Wie lange befassen Sie sich schon mit dem Baubereich 12 (BB12) des Inselspitals? Welches ist der aktuelle Projektstand?

Seit Beginn des Projektes, seit 2015, bin ich im BB12, dem neuen Hauptgebäude des Inselspital, tätig. Zudem führe ich das BIM Kompetenz-Center der Insel Gruppe, welches seit Mitte 2020 aktiv in allen Infrastruktur-Projekten unterstützend mitwirkt.
Das Projekt BB12 befindet sich in der Realisierung, resp. im Innenausbau und in der Umsetzung von «BIM2Field» und «BIM2FM».  

Die Arbeit mit BIM verändert die Zusammenarbeit zwischen den Fachbereichen. Wie funktioniert dieser Kulturwandel beim BB12? Was läuft anders als bei früheren Projekten?

Diese Frage lässt sich primär durch den Ursprung der BIM-Methodik, also durch VDC (Virtual Design and Construction) erläutern. Dabei beinhaltet VDC den gesamten Prozess der Zusammenarbeit zwischen Bauherr und Planer mithilfe der Elemente 3D-Modell, Prozessplanung und kollaborative Zusammenarbeit. Somit führt die BIM-Methodik zu einer besseren Kommunikation zwischen dem Bauherrn und den Planern.
Die Methodik ermöglicht primär die Beherrschung der Komplexität und trägt gleichzeitig zu deren Reduktion bei – komplexe Strukturen und Zusammenhänge können leichter erfasst und falls nötig auch multipliziert werden.  

Reto Vital

Vermehrt wird nachhaltiges Bauen über den gesamten Lebenszyklus des Gebäudes verlangt. Nicht nur die Betriebsenergie, auch die graue Energie der Materialien soll berücksichtigt werden. Welche Vorteile bietet die BIM Methode diesbezüglich?

Die digitalen Bauwerksmodelle ermöglichen uns die Qualitätssicherung während der Planungs- und Ausführungsphase. So können beispielsweise jederzeit die tatsächlich verbauten Materialien (wie z.B. Recycling-Beton) überprüft und mit dem «Soll» verglichen werden. Abweichungen werden frühzeitig genug erkannt, um angemessen zu reagieren.  

Ein wichtiger Aspekt bei BIM ist die Möglichkeit, bestimmte konstruktive oder gebäudetechnische Varianten mittels digitaler Simulationen zu testen. Welche Erkenntnisse konnten so beim BB12 bereits vor dem Bau gewonnen werden?

Digitale Simulationen konnten einfach umgesetzt und Erkenntnisse abgeleitet werden. Diese haben einen wichtigen Beitrag zu Optimierungen, Verbesserungen und situativen Beurteilungen geleistet. Mit Materialien aufgearbeitete Modelle konnten genutzt werden, um Entscheidungen auch hinsichtlich Gestaltung beschleunigen.