«Die Zusammenarbeit der Sprachregionen ist gut»
Interview mit Dr. Massimiliano Capezzali, Professor für Energie an der Fachhochschule für Ingenieurwesen und Management des Kanton Waadt (HEIG-VD), Vorstandsmitglied des energie-cluster.ch und zuständig für die neue «antennne romande».
Die «antenne romande» hat zum Ziel, den Austausch zwischen West- und Restschweiz zu intensivieren. Das Institut für Energie (IE) der HEIG-VD in Yverdon-les-Bains ist fortan die Anlaufstelle für die Vermittlung von potenziellen Referentinnen und Referenten für Kurse und Veranstaltungen von energie-cluster.ch in der Westschweiz und im Westen der Schweiz. Dr. Massimiliano Capezzali wird an der Spitze dieser Anlaufstelle stehen.
Wie funktioniert aus Ihrer Sicht bei Energiefragen die Zusammenarbeit zwischen den Sprachregionen? Erkennen Sie unter den Fachkräften eine «kulturelle Einheit», eine «unité de doctrine»?
Ich sehe keine speziellen Hindernisse bei der Zusammenarbeit der verschiedenen Sprachregionen, wenn es um Energiethemen geht. Die meisten Ziele werden ja auf nationaler Ebene formuliert, auch wenn die einzelnen Regionen dann leicht verschiedene Wege wählen, um diese zu erreichen. Die Fachorganisationen sind massgebend, um eine Vision vorzulegen und für eine einigermassen einheitliche Umsetzung zu sorgen.
Gibt es Themen im Energiebereich, bei denen in der französischsprachigen Schweiz die Prioritäten anders gesetzt werden als in der deutschsprachigen Schweiz?
Ich habe den Eindruck, dass in der Westschweiz die direkte Zusammenarbeit mit regionalen oder lokalen Energieunternehmen etwas einfacher ist. Dies erlaubt die Umsetzung klar definierter Projekte, beispielsweise im Bereich der Fernwärme. Ansonsten sind die Prioritäten dieselben: Der Energiesektor muss überall so gut wie möglich dekarbonisiert werden.
Sie werden per 1. Juni 2026 Direktor des IE. Inwiefern kann der energie-cluster.ch von Ihrer neuen Position profitieren?
Das Institut des Energies verfügt über ein weites Spektrum an Kompetenzen, die verschiedene Möglichkeiten der Zusammenarbeit eröffnen. Unser Netzwerk mit unterschiedlichen Industriepartnern lässt sich für Projekte, Versuche oder konkrete Neuentwicklungen nutzen. Ich beabsichtige, auch weitere Partner wie der energie-cluster.ch von diesen Stärken profitieren zu lassen, in Fortführung bisheriger Anstrengungen. Bei der Wissensvermittlung stehen meine Kolleginnen, meine Kollegen und ich für die Verbreitung von aktuellen Informationen über neue Technologien oder Best Practice-Beispiele oder ganz einfach von gut fundierten wissenschaftlichen Erkenntnissen aus Energiebereich zur Verfügung. Das gilt auch und ganz besonders für Veranstaltungen und Vermittlungsinitiativen des energie-cluster.ch.
