Windkraft und schöne Landschaften im Einklang
In Europa lassen sich Windparks so planen, dass besonders schöne Landschaften geschont werden, ohne dass die Stromkosten steigen. Dies zeigt eine neue Studie der ETH Zürich und des Paul Scherrer Instituts (PSI).
Unter der Leitung von Russell McKenna, Professor für Energiesystemanalyse an der ETH Zürich und Gruppenleiter am PSI, überprüfte das Forschungsteam, wie Menschen die Schönheit von Landschaften wahrnehmen, und wie sich dieser Aspekt in die Planung von Windenergie einbeziehen lässt. Sie trainierten ein Machine-Learning-Modell mit Crowdsourcing-Daten aus Grossbritannien. Der Datensatz umfasst über 200'000 Landschaftsbilder, die Nutzerinnen und Nutzer auf einer Skala von 1 bis 10 bewertet haben. Endresultat ist eine Karte, die zeigt, welche Regionen in Europa als besonders schön gelten. Die Forschenden verknüpften ihre Analyse der Landschaftsqualität dann mit einem Windenergiemodell. Erkenntnis: Wenn europaweit besonders schöne Landschaften ausgeschlossen werden, sinkt das Potenzial für Windenergie deutlich. Dennoch bleiben die Kosten pro erzeugter Strommenge im europäischen Durchschnitt nahezu unverändert. Denn gute Standorte liegen oft ausserhalb der als besonders schön bewerteten Gebiete. Dort könnte ein grösserer Teil der Stromproduktion stattfinden.
(Bild: ETH)