«Solarenergie muss als kritische Infrastruktur betrachtet werden»
Interview mit Walter Sachs, Elektro-Ingenieur (TU), Präsident der Schweizerischen Vereinigung für Sonnenenergie (SSES) und des Verbands unabhängiger Energieerzeuger (VESE), Referent am Tageskurs über ZEV, vZEV und LEG vom 24. März 2026 in Solothurn
Drei Akronyme stehen zur Wahl, wenn es um den lokalen Verbrauch von Solarstrom geht: ZEV, vZEV und LEG. Den Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV), den es auch in der virtuellen Variante (vZEV) mit Smart Meter, also mit digital vernetzten Stromzählern, gibt sowie die lokale Elektrizitätsgemeinschaft (LEG), die sich das allgemeine Stromnetz zunutze macht. Der Tageskurs des energie-cluster.ch vermittelt das Wissen, welche zur passenden Wahl in einer spezifischen Situation verhilft.
Welche Erfahrungen haben die beiden Institutionen bisher auf diesem Gebiet gemacht? Erkennen Sie beim Prozess der Bildung dieser Gemeinschaften noch spezifische Wissenslücken, Missverständnisse oder Hürden?
Unsere Erfahrungen zeigen, dass die Instrumente für viele PV-Investoren und Stromkonsumenten zu komplex sind. Sie sind für Laien kaum noch verständlich und generieren in vielen Fällen einen grösseren administrativen Aufwand als ursprünglich gedacht.
Welchen Beitrag können ZEV und LEG im Idealfall an die Versorgungssicherheit der Schweiz und das Füllen der Winterstromlücke leisten?
Im Idealfall könnten mit ZEV und LEG lokale, resiliente Quartiernetze aufgebaut werden, welche eine gewisse Autarkie und Schwarzstartfähigkeit hätten (Schwarzstartfähigkeit umschreibt die Möglichkeit des Heimspeichersystems, trotz fehlender externer Stromversorgung die Produktion von neuem Solarstrom netzunabhängig zu starten).
(Bild: Norbert Egli)